Verbrechen der Roten Armee und Geschichtsfälschung in der Nachkriegszeit

Kapitel ‚Stalins „Beistand der Brudervölker“ in Polen und sein Befehl zum Massenmord in Katyn. Hitlers Schweigen über Kriegsverbrechen auf Kreta‘ aus Werner Masers ‚Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin‘ (OLZOG Verlag, 2004)

Der britische Historiker Alan Bullock meinte 50 Jahre nach Katyn, daß Stalin im Gegensatz zu Hitler und dem NS-Regime, dessen meiste Opfer Nicht-Deutsche waren, was letztlich Auschwitz symbolisierte, nur „seinem Volk Leiden und Tod in einem Ausmaß“ bereitet habe, für das „es in der Geschichte keine Parallele“ gäbe, doch er klammerte unter Mißachtung historischer Gegebenheiten aus, daß Polen nicht tatsächlich zu seinem Territorium und Imperium gehörte. Doch be­zeichnend für Bullock ist nicht zuletzt, daß auch er wie die Fachhistoriker Peter Gosztony, Liddell Hart und die deutschen hochrangigen Militärs Erich von Man-stein, Walter Warlimont und andere es unterlassen haben, den am 17. Septem­ber 1939 begonnenen Angriffskrieg gegen Polen überhaupt zu diskutieren.‘ Daß sowjetische Autoren wie der Stalin-Biograph Wolkogonow sich angesichts der sorgfältig überwachten politischen Instrumentalisierung der Geschichte zur Zeit des Bestehens der Sowjetunion davor drückten, dieser Frage nachzugehen, ist verständlich. Daß sich Historiker und Militärs außerhalb des Sowjet-Imperiums ebenso verhalten haben, ist es nicht.

Nicht einmal die sowjetischen Tagesmeldungen nach ihrem Einmarsch in Polen und die späteren Rechtfertigungsversuche, die nichts weiter als pure Geschichts­fälschungen waren, sind von ihnen korrigiert worden. So blieb beispielsweise die Geschichtsfälschung des sowjetischen hochrangigen und populären Militärs Alexander Michailowitsch Wassilewski von 1973, daß die Sowjetunion sich im September 1939 gezwungen sah, „den Brudervölkern Beistand zu leisten“2, ebenso als authentischer historischer Sachverhalt unangetastet wie die Ge­schichtsklitterung des sowjetischen Historikers Deborin, der behauptete, daß sich die Sowjetunion gezwungen gesehen habe, „den Überfall des faschistischen Deutschlands auf die UdSSR abzuwenden.“3 Daß Stalin am 30. November 1939 in der „Prawda“ erklärt hatte, „Nicht <der Pakt-Partner> Deutschland <hat> Frankreich und England angegriffen … sondern Frankreich und England haben Deutschland angegriffen und damit die Verantwortung für den gegenwärtigen Krieg auf sich genommen“, paßte nicht mehr ins Bild.

17 Monate nach dem Einmarsch der Roten Armee zum Raubkrieg in Polen stan­den nicht nur die deutsche Propaganda und ihre Medien plötzlich vor einer Si­tuation, die sie nicht erwartet hatten. Auf der griechischen Insel Kreta, die deut­sche Fallschirmjäger, Luftlandetruppen und Matrosen im Mai 1941 in einem kühnen Feldzug genommen hatten, wurden verwundete und gefangene deutsche Soldaten extrem völkerrechtswidrig behandelt. Dort, wo auf englischer Seite rund 4.000 Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und Matrosen ums Leben kamen, gab es Ereignisse, die jedermann erschrecken und bestürzen mußten. Anders als erwar­tet, hatten deutsche Kriegsgefangene und Verwundete auf Kreta erleben müssen, wie sich kretische Nationalisten ohne Kombattantenstatus und auch britische Soldaten, denen der Ruf des legendären englischen Fairplay vorausging, in be­stialischer Weise gegenüber ihren Feinden verhielten und zahlreiche gröbste Kriegsverbrechen und andere Völkerrechtsverbrechen begingen.4 Obwohl es der Fälschungen nicht bedurft hätte, um in der Öffentlichkeit Emotionen anzufa­chen, verzichtete die deutsche Seite darauf; wobei hinter dieser Entscheidung ganz offensichtlich Hitler stand. „Zur Frage Kreta“, notierte Goebbels am 23. Mai 1941 in sein Tagebuch, „schweigen wir immer noch auf der ganzen Li­nie. Wir wollen unter keinen Umständen aus der Sache einen Prestigefall ma­chen. Das ist im Augenblick zwar für Nachkriegspolitik unangenehm, im Ganzen aber richtig und zweckmäßig.“‚ Die Berliner US-amerikanische Botschaft mel­dete dagegen am 10. Juni 1941 nach Washington, daß deutscherseits verlautbart worden sei, britische Soldaten wegen begangener Kriegsbrechen auf Kreta zu bestrafen, was das US-State Department zu der Feststellung bewog, „gewisse Strafmaßnahmen, wenigstens auf Kreta“, als „notwendig“‚ erscheinen zu lassen. Obwohl bei den am 26. Mai 1941 begonnenen Vernehmungen von rund 150 Zeu­gen bewiesen worden war, daß britische Soldaten Kriegsverbrechen — wie beispielsweise grausame Verstümmelungen, Folterungen und die Anwendung verbotener Kriegslisten — an deutschen Fallschirmjägern und Gebirgsjägern be­gangen hatten‘, galt deutscherseits, was Goebbels am 24. Mai 1941 festgestellt hatte: „schweigen“. Die Folge war, daß die US-amerikanische Botschaft in Ber­lin Washington wissen ließ, daß „Prozesse gegen britische Kriegsverbrechen in Kreta … unwahrscheinlich seien“.8

 Während des Nürnberger Prozesses von 1945/46 gegen die Hauptkriegsverbre­cher beschuldigte die sowjetische Anklagebehörde die deutschen Angeklagten, im September 1941 im Wald von Katyn bei Smolensk in Polen rund 11.000 pol­nische Offiziere ermordet zu haben.‘ Der sowjetische Ankläger Oberst Pokrows­ki erklärte beispielsweise am 14. Februar 1946 nach der Vorlage gefälschter sowjetischer Dokumente‘, die von einer sowjetischen Sonderkommission im Ja­nuar 1944 zur Fälschung der Geschichte und Rechtfertigung der sowjetischen Kriegsverbrechen in Polen zusammengestellt worden waren: „Wir ersehen aus der Anklageschrift, daß eine der wichtigsten verbrecherischen Handlungen, für die die Hauptkriegsverbrecher verantwortlich sind, die Massenhinrichtung polni­scher Kriegsgefangener war, die im Wald von Katyn bei Smolensk von den deut­schen faschistischen Eindringlingen vorgenommen wurde.“‚

 Geschichtsfälschung hatte nur einen vorübergehenden Erfolg. Zwar waren sowohl die britische als auch die amerikanische Regierung 1943 überzeugt ge­wesen, daß das vom deutschen Rundfunk am 13. April 194312 nach der Ent­deckung der Massengräber gemeldete sowjetische Verbrechen an Kriegsgefan­genen eine deutsche Propaganda-Lüge wäre, was BBC am 15. April 1943 mit dem Kommentar bezeugte: „Die deutschen Lügen weisen auf das Schicksal hin, das die Offiziere traf, die die Deutschen 1941 für Bauarbeiten in der Nachbar­schaft verwandt hatten.“‚ Auch der umgehende deutsche Versuch, von zwölf ausländischen Gerichtsmedizinern, polnischen Mitgliedern des Roten Kreuzes und britischen und US-amerikanischen Kriegsgefangenen mehr als 100 der aus­gegrabenen Leichen begutachten zu lassen14, den Zeitpunkt ihrer Ermordung festzustellen und durch die noch im Sommer 1943 im Weißbuch „Amtliches Ma­terial zum Massenmord von Katyn“ veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der Weltöffentlichkeit den tatsächlichen Sachverhalt schildern zu können‘, stieß zu der Zeit im Ausland auf breite Skepsis. Die Publikation wurde vorwiegend als „Goebbelsche Propaganda“ abgetan, wovon angesichts der vorausgegangenen Geschehnisse jedoch nicht die Rede sein konnte. Zweifelsfrei wurde sowohl von ausländischen Fachleuten‘ als auch von russischen Kriegsgefangenen‘ nachge­wiesen, daß 4.421 polnische Offiziere nach dem Einmarsch der Roten Armee seit der zweiten September-Hälfte 1939 gefangen genommen und 1940 von sowjeti­schen Einheiten ermordet worden waren.

 

5. März 1940: Der von Stalin unterzeichnete Befehl zur Ermordung des polnischen Offizierskorps in Katyn. Das erst im Herbst 1992 entdeckte Dokument wurde dem polni­schen Präsidenten Lech Walesa im Oktober 1992 vom russischen Präsidenten Boris Jelzin überlassen. Foto: Keystone.

Die sowjetische Anklagebehörde, die in Nürnberg darauf bestanden hatte, das von der Roten Armee verübte Massaker als deutsches Kriegsverbrechen in die Anklage aufzunehmen — und die Anzahl der ermordeten Offiziere letztlich auch noch auf das Zehnfache zu erhöhen — sah sich infolge des dokumentarisch fun­dierten Einspruchs der deutschen Verteidigung und der inzwischen auch den westlichen Alliierten vertrauten diesbezüglichen Ereignisse schließlich jedoch relativ rasch gezwungen, den Anklagepunkt fallen zu lassen. I.T. Nikitschenko, das sowjetische Ordentliche Mitglied des Tribunals, hatte große Mühe, das Ge­sicht zu wahren und die reibungslose Zusammenarbeit mit den Vertretern der Westmächte aufrecht zu erhalten. Rund zwanzig Jahre später erinnerte sich der britische Hauptankläger Lord Shawcross: „Während des Prozesses hatten wir en­ge und freundschaftliche Beziehungen zu unseren russischen Kollegen, und das, obwohl wir schärfsten Einspruch dagegen erhoben, daß die Russen das Massaker von Katyn in die Anklageschrift aufnehmen wollten.“‚

Die sowjetische Anklage hatte dies versucht, obwohl bei Lawrentij Berija, dem Leiter der Stalinschen Geheimpolizei, bei Stalin, Chruschtschow, Woroschilow, Molotow, Mikojan, Kalinin und Kaganowitsch KGB-Dokumente lagen, die zweifelsfrei belegten und nachwiesen, daß von den Sowjets in Katyn auf Berijas Vorschlag „21.857 Menschen erschossen“‚ worden waren, was Stalin und das Politbüro zuvor genehmigt hatten. Einen Beleg sowohl für die Schuld der So­wjets als auch für deren Geschichtsfälschungspraktik stellt ein Dokument dar, das Chruschtschow am 3. März 1959 von Alexander Schelepin, dem Chef des KGB, als „Streng geheim“ deklariertes Schreiben erhielt, in dem es hieß: „Im Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR werden seit 1940 Ak­ten und andere Unterlagen über jene in Kriegsgefangenschaft geratenen und in­ternierten Offiziere, Gendarmen, Polizisten, Kollaborateure, Gutsbesitzer usw. aus dem damaligen bürgerlichen Polen aufbewahrt, welche in jenem Jahr er­schossen wurden. Auf Beschluß einer speziellen Troika des NKWD der UdSSR wurden insgesamt 21.857 Menschen erschossen.

Die ganze Operation zur Liquidierung der erwähnten Personen wurde auf Be­schluß des ZK der KPdSU vom 5. März 1940 durchgeführt … Seit dieser Ope­ration, das heißt seit 1940, wurden niemandem irgendwelche Auskünfte erteilt, und alle 21.857 Akten werden in einem versiegelten Raum aufbewahrt.“

Für die sowjetischen Organe haben alle diese Akten weder einen operativen noch historischen Wert. Sie können für unsere polnischen Freunde kaum von wirkli­chem Interesse sein. Im Gegenteil, irgendein unvorhergesehener Zufall kann zur Enttarnung der durchgeführten Operation mit allen unerwünschten Folgen für unseren Staat führen, zumal in bezug auf die im Wald von Katyn Erschossenen jene offizielle Version existiert, die durch die auf Initiative der sowjetischen Machtorgane im Jahre 1944 erfolgten Untersuchungen einer Kommission be­stätigt wurde. Diese trug die Bezeichnung ,Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung der von den deutschen faschistischen Aggressoren durchge­führten Erschießung von gefangengenommenen polnischen Offizieren im Wald von Katyn‘ … Die Schlußfolgerungen der Kommission haften fest im Gedächt­nis der internationalen Öffentlichkeit.

Ausgehend von diesen Darlegungen scheint es angebracht, alle Unterlagen über die Personen zu vernichten, die bei der obengenannten Operation erschossen wurden. Für eventuelle Anfragen zum Verhalten des ZK der KPdSU oder der Sowjetregierung können die Protokolle der Sitzungen der Troika des NKWD der UdSSR, die die erwähnten Personen zum Tod durch Erschießen verurteilte, sowie die Fakten über die Durchführung der Beschlüsse der Troika, erhalten bleiben. Diese Dokumente haben einen geringen Umfang und können in einer Sonder­mappe aufbewahrt werden … Der Vorsitzende des Komitees für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR, A. Schelepin. 3. März 1959.“21

Daß die Ermordung der polnischen Offiziere in Katyn auf das Konto der sowje­tischen Kriegsverbrechen käme, gestand die russische Nachrichtenagentur TASS erst am 13. April 1990 öffentlich ein.

Wieso die sowjetische Anklagebehörde in Nürnberg behauptete, daß in Katyn 11.000 Polen ermordet worden seien, kann nicht definitiv beantwortet werden. Anders verhält es sich indes hinsichtlich des Schweigens der englischen Regie­rung über die bereits 1940 bekannten Tatsachen. Sie mußte befürchten, durch eine tatsachengerechte Darstellung des Katyn-Massakers das Bündnis der West­alliierten mit der UdSSR zu untergraben.

Nachdem die Rote Armee 1939 und 1940 in Polen gravierende Völkerrechtsver­letzungen begangen und tausende polnische kriegsgefangene Offiziere bestia­lisch ermordet und sang- und klanglos hatte beseitigen lassen, ohne daß die Weltöffentlichkeit darüber unterrichtet wurde — und dieses Verhalten fugenlos nach dem 22. Juni 1941 auch gegenüber den Deutschen in der Sowjetunion als selbstverständlich fortsetzte, könnte der Schritt Stalins, sich plötzlich doch denBestimmungen des Haager Abkommens von 1907 zu unterwerfen, eine Konse­quenz auf die Gefangennahme seines Sohnes gewesen sein, doch nicht viel spricht dafür.“

Das völkerrechtswidrige Verhalten der Roten Armee womöglich ausschließlich auf Stalins neuerliche Forderung vom 7. November 1941 zurückzuführen, jeden „deutschen Eindringling“ brutal zu vernichten23, läßt sich nicht einmal gewalt­sam als Beweis dafür anführen. Die Rote Armee mißachtete die Bestimmungen des Völkerrechts im Zweiten Weltkrieg rücksichtslos seit dem 17. Septem­ber 1939, seit sie, wie mit Deutschland vertraglich vereinbart, in Polen einrück­te24 und plünderte, Polen folterte, ermordete und viele aus ihrem Land vertrieb.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges — und teilweise auch noch lange danach — wurden deutsche Erklärungen, Dokumentationen und durch nicht voreinge­nommene deutsche und ausländische Zeugen belegte Darstellungen über ent­sprechende Völkerrechtsverletzungen der Roten Armee von den Westalliierten als „Fälschungen“ und „Propagandalügen“ des NS-Regimes angesehen — und auch so behandelt. Schopenhauers Ausspruch, daß die Geschichte mit der Un­wahrheit so infiziert sei wie eine „Hure mit der Syphilis“, galt angesichts der of­fenkundigen Geschichtsfälschungen allerdings sowohl hüben als auch drüben gerade zu der Zeit als authentische Analyse der Geschichtsforschung und -dar­stellung. Emotionen, Vermutungen, Voreingenommenheit und aktuelle zweck­dienliche Meinungen rangierten vor nachweisbaren Tatsachen, die allerdings nicht nur da von der Interpretation der Historiker abhängig waren, die zwangs­läufig diverse „historische Wahrheiten“ kennen mußten. Mehr als je zuvor er­schien die Geschichte — schlimmer noch als im Mittelalter — als „ancilla rerum politicarum“, als „Magd der Politik“. So meinte sich beispielsweise ein US-ame­rikanischer Übersetzer nicht vorstellen zu können, daß die Rote Armee im Herbst 1944, als an der endgültigen Niederlage Deutschlands — zumindest für kritische und unbefangene Zeitgenossen — kein Zweifel mehr aufkommen konnte, im ostpreußischen Dorf Nemmersdorf südlich von Gumbinnen Verbrechen an Grei­sen, Frauen und Kindern begangen hatte, die an Bestialität nicht zu überbieten waren. Nachdem die Rote Armee das Dorf am 20. Oktober 1944 vorübergehend in Besitz genommen hatte, vergewaltigten die sowjetischen Soldaten Kinder, jun­ge Mädchen und Frauen jeden Alters, schnitten ihnen die Brüste ab und nagelten sie mit ausgebreiteten Armen nackt an Scheunentore. Der Jahrzehnte später in die Bundesrepbulik Deutschland übergesiedelte russische Schriftsteller Lew Ko­pelew, der als Offizier der Roten Armee selbst an Vergewaltigungen beteiligt gewesen war, schrieb 1976: „… wir alle — Generäle und Offiziere verhalten uns nach Ehrenburgs Rezept , Tötet, tötet … nehmt die deutschen Frauen, eure Beu­te‘. Welche Rache lehren wir: deutsche Weiber aufs Kreuz legen … und stell dir vor, was wird später aus unseren Soldaten, die zu Dutzenden über eine Frau her­fielen? Die Schulmädchen vergewaltigten, alte Frauen ermordeten? … Das sind Hunderttausende von Verbrechern, künftigen Verbrechern, grausame und dreiste mit den Ansprüchen von Helden.“25

Der eben erwähnte amerikanische Übersetzer, der die von der deutschen Wehr­macht zusammengetragenen Zeugenberichte über die unvorstellbaren Verbre­chen der sowjetischen Soldateska zu übersetzen hatte, hielt sie für Produkte der NS-Propaganda. Er fügte seiner Übersetzung eines Berichts von Generaloberst Alfred Jodl für die Lagebesprechung vom 25. Oktober 1944 kurzerhand das Wort „Fälschung“ („faked“) hinzu.‘ „Russische Greueltaten bei der Besetzung ost­preußischen Gebiets <gemeint war zu der Zeit speziell das Dorf Nemmersdorf, so hatte Jodl zum Vortrag für Hitler notiert, „müssen durch WPr verbreitet wer­den. Dazu Aufnahmen, Zeugenvernehmung, Tatsachenberichte usw.“27 Obwohl die von den US-Amerikanern erbeuteten Unterlagen des Wehrmachtführungssta­bes und der Rechtsabteilung des deutschen Auswärtigen Amtes zweifelsfrei be­legten, was in Nemmersdorf geschehen war, hielten sich die Westalliierten vor­erst an die sowjetischen Fälschungen, die „beweisen“ sollten, daß die Gestapo die Menschen in Nemmersdorf ermordet hätte, weil sie angeblich nicht bereit ge­wesen seien, sich evakuieren zu lassen. Bert Brecht, der 1939 in seinem Lehr­stück „Das Verhör des Lukullus“ gedichtet hatte, „immer doch / schreibt der Sie­ger die Geschichte des Besiegten. / Dem Erschlagenen entstellt / der Schläger die Züge. / Aus der Welt geht der Schwächere / und zurück bleibt / die Lüge“, sah seine — auf ausgewertete Traditionen basierende — „Lehre“ rasch und demonstra­tiv bestätigt.

Als Milovan Djilas Stalin während eines Gespräches auf die Vergewaltigungen deutscher Kinder und Frauen durch die Rotarmisten ansprach, erklärte der sowjetische Diktator: „Sie haben sich die Rote Armee ideal vorgestellt. Und sie ist nicht ideal und kann es auch nicht sein, selbst wenn sie nicht einen gewissen Prozentsatz von Verbrechern enthielte — wir haben die Tore unserer Strafanstal­ten aufgemacht und alle in die Armee gesteckt … Die Rote Armee ist nicht ideal. Wichtig ist, daß sie die Deutschen bekämpft — und sie kämpft gut, alles an­dere spielt keine Rolle.“‚

 

Verunglimpfung der Deutschen Wehrmacht in der vom „Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik“ herausgegebenen Pu­blikation „SS im Einsatz“ mit der Bildunterschrift: „Frauen und junge Mädchen waren die begehrtesten Opfer der Elite des Dritten Reiches. ‚Durchsuchung‘ eines polnischen Mädchens auf offener Straße“. Daß es sich hierbei nicht um deutsche Soldaten handelt, bezeugt die Uniform der Soldaten: Koppel, Ärmelaufschläge, Stiefel und das Gewehr.

 

Maser mit Ernst-Wilhelm Keitel, dem Sohn des Generalfeldmarschalls. Ihm sägten die Sowjets nach seiner Gefangennahme beide Beine ab.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: