Adolf Hitler Mein Kampf MOBI EPUB Download
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Hinweis: Diese Zurverfügungstellung dient ausschließlich der Geschichtsforschung. Es soll jedem möglich sein, sich ein Bild von dem wahnsinnigen Diktator machen zu können, seine rassenverachtenden Thesen zu hinterfragen und Einsicht in die irrsinnigen Beweggründe seiner Welteroberungspläne erhalten zu können.
Verbrechen der Roten Armee und Geschichtsfälschung in der Nachkriegszeit
Kapitel ‚Stalins „Beistand der Brudervölker“ in Polen und sein Befehl zum Massenmord in Katyn. Hitlers Schweigen über Kriegsverbrechen auf Kreta‘ aus Werner Masers ‚Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin‘ (OLZOG Verlag, 2004)
Der britische Historiker Alan Bullock meinte 50 Jahre nach Katyn, daß Stalin im Gegensatz zu Hitler und dem NS-Regime, dessen meiste Opfer Nicht-Deutsche waren, was letztlich Auschwitz symbolisierte, nur „seinem Volk Leiden und Tod in einem Ausmaß“ bereitet habe, für das „es in der Geschichte keine Parallele“ gäbe, doch er klammerte unter Mißachtung historischer Gegebenheiten aus, daß Polen nicht tatsächlich zu seinem Territorium und Imperium gehörte. Doch bezeichnend für Bullock ist nicht zuletzt, daß auch er wie die Fachhistoriker Peter Gosztony, Liddell Hart und die deutschen hochrangigen Militärs Erich von Man-stein, Walter Warlimont und andere es unterlassen haben, den am 17. September 1939 begonnenen Angriffskrieg gegen Polen überhaupt zu diskutieren.‘ Daß sowjetische Autoren wie der Stalin-Biograph Wolkogonow sich angesichts der sorgfältig überwachten politischen Instrumentalisierung der Geschichte zur Zeit des Bestehens der Sowjetunion davor drückten, dieser Frage nachzugehen, ist verständlich. Daß sich Historiker und Militärs außerhalb des Sowjet-Imperiums ebenso verhalten haben, ist es nicht.
Nicht einmal die sowjetischen Tagesmeldungen nach ihrem Einmarsch in Polen und die späteren Rechtfertigungsversuche, die nichts weiter als pure Geschichtsfälschungen waren, sind von ihnen korrigiert worden. So blieb beispielsweise die Geschichtsfälschung des sowjetischen hochrangigen und populären Militärs Alexander Michailowitsch Wassilewski von 1973, daß die Sowjetunion sich im September 1939 gezwungen sah, „den Brudervölkern Beistand zu leisten“2, ebenso als authentischer historischer Sachverhalt unangetastet wie die Geschichtsklitterung des sowjetischen Historikers Deborin, der behauptete, daß sich die Sowjetunion gezwungen gesehen habe, „den Überfall des faschistischen Deutschlands auf die UdSSR abzuwenden.“3 Daß Stalin am 30. November 1939 in der „Prawda“ erklärt hatte, „Nicht <der Pakt-Partner> Deutschland <hat> Frankreich und England angegriffen … sondern Frankreich und England haben Deutschland angegriffen und damit die Verantwortung für den gegenwärtigen Krieg auf sich genommen“, paßte nicht mehr ins Bild.
17 Monate nach dem Einmarsch der Roten Armee zum Raubkrieg in Polen standen nicht nur die deutsche Propaganda und ihre Medien plötzlich vor einer Situation, die sie nicht erwartet hatten. Auf der griechischen Insel Kreta, die deutsche Fallschirmjäger, Luftlandetruppen und Matrosen im Mai 1941 in einem kühnen Feldzug genommen hatten, wurden verwundete und gefangene deutsche Soldaten extrem völkerrechtswidrig behandelt. Dort, wo auf englischer Seite rund 4.000 Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und Matrosen ums Leben kamen, gab es Ereignisse, die jedermann erschrecken und bestürzen mußten. Anders als erwartet, hatten deutsche Kriegsgefangene und Verwundete auf Kreta erleben müssen, wie sich kretische Nationalisten ohne Kombattantenstatus und auch britische Soldaten, denen der Ruf des legendären englischen Fairplay vorausging, in bestialischer Weise gegenüber ihren Feinden verhielten und zahlreiche gröbste Kriegsverbrechen und andere Völkerrechtsverbrechen begingen.4 Obwohl es der Fälschungen nicht bedurft hätte, um in der Öffentlichkeit Emotionen anzufachen, verzichtete die deutsche Seite darauf; wobei hinter dieser Entscheidung ganz offensichtlich Hitler stand. „Zur Frage Kreta“, notierte Goebbels am 23. Mai 1941 in sein Tagebuch, „schweigen wir immer noch auf der ganzen Linie. Wir wollen unter keinen Umständen aus der Sache einen Prestigefall machen. Das ist im Augenblick zwar für Nachkriegspolitik unangenehm, im Ganzen aber richtig und zweckmäßig.“‚ Die Berliner US-amerikanische Botschaft meldete dagegen am 10. Juni 1941 nach Washington, daß deutscherseits verlautbart worden sei, britische Soldaten wegen begangener Kriegsbrechen auf Kreta zu bestrafen, was das US-State Department zu der Feststellung bewog, „gewisse Strafmaßnahmen, wenigstens auf Kreta“, als „notwendig“‚ erscheinen zu lassen. Obwohl bei den am 26. Mai 1941 begonnenen Vernehmungen von rund 150 Zeugen bewiesen worden war, daß britische Soldaten Kriegsverbrechen — wie beispielsweise grausame Verstümmelungen, Folterungen und die Anwendung verbotener Kriegslisten — an deutschen Fallschirmjägern und Gebirgsjägern begangen hatten‘, galt deutscherseits, was Goebbels am 24. Mai 1941 festgestellt hatte: „schweigen“. Die Folge war, daß die US-amerikanische Botschaft in Berlin Washington wissen ließ, daß „Prozesse gegen britische Kriegsverbrechen in Kreta … unwahrscheinlich seien“.8
Während des Nürnberger Prozesses von 1945/46 gegen die Hauptkriegsverbrecher beschuldigte die sowjetische Anklagebehörde die deutschen Angeklagten, im September 1941 im Wald von Katyn bei Smolensk in Polen rund 11.000 polnische Offiziere ermordet zu haben.‘ Der sowjetische Ankläger Oberst Pokrowski erklärte beispielsweise am 14. Februar 1946 nach der Vorlage gefälschter sowjetischer Dokumente‘, die von einer sowjetischen Sonderkommission im Januar 1944 zur Fälschung der Geschichte und Rechtfertigung der sowjetischen Kriegsverbrechen in Polen zusammengestellt worden waren: „Wir ersehen aus der Anklageschrift, daß eine der wichtigsten verbrecherischen Handlungen, für die die Hauptkriegsverbrecher verantwortlich sind, die Massenhinrichtung polnischer Kriegsgefangener war, die im Wald von Katyn bei Smolensk von den deutschen faschistischen Eindringlingen vorgenommen wurde.“‚
Geschichtsfälschung hatte nur einen vorübergehenden Erfolg. Zwar waren sowohl die britische als auch die amerikanische Regierung 1943 überzeugt gewesen, daß das vom deutschen Rundfunk am 13. April 194312 nach der Entdeckung der Massengräber gemeldete sowjetische Verbrechen an Kriegsgefangenen eine deutsche Propaganda-Lüge wäre, was BBC am 15. April 1943 mit dem Kommentar bezeugte: „Die deutschen Lügen weisen auf das Schicksal hin, das die Offiziere traf, die die Deutschen 1941 für Bauarbeiten in der Nachbarschaft verwandt hatten.“‚ Auch der umgehende deutsche Versuch, von zwölf ausländischen Gerichtsmedizinern, polnischen Mitgliedern des Roten Kreuzes und britischen und US-amerikanischen Kriegsgefangenen mehr als 100 der ausgegrabenen Leichen begutachten zu lassen14, den Zeitpunkt ihrer Ermordung festzustellen und durch die noch im Sommer 1943 im Weißbuch „Amtliches Material zum Massenmord von Katyn“ veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der Weltöffentlichkeit den tatsächlichen Sachverhalt schildern zu können‘, stieß zu der Zeit im Ausland auf breite Skepsis. Die Publikation wurde vorwiegend als „Goebbelsche Propaganda“ abgetan, wovon angesichts der vorausgegangenen Geschehnisse jedoch nicht die Rede sein konnte. Zweifelsfrei wurde sowohl von ausländischen Fachleuten‘ als auch von russischen Kriegsgefangenen‘ nachgewiesen, daß 4.421 polnische Offiziere nach dem Einmarsch der Roten Armee seit der zweiten September-Hälfte 1939 gefangen genommen und 1940 von sowjetischen Einheiten ermordet worden waren.
5. März 1940: Der von Stalin unterzeichnete Befehl zur Ermordung des polnischen Offizierskorps in Katyn. Das erst im Herbst 1992 entdeckte Dokument wurde dem polnischen Präsidenten Lech Walesa im Oktober 1992 vom russischen Präsidenten Boris Jelzin überlassen. Foto: Keystone.
Die sowjetische Anklagebehörde, die in Nürnberg darauf bestanden hatte, das von der Roten Armee verübte Massaker als deutsches Kriegsverbrechen in die Anklage aufzunehmen — und die Anzahl der ermordeten Offiziere letztlich auch noch auf das Zehnfache zu erhöhen — sah sich infolge des dokumentarisch fundierten Einspruchs der deutschen Verteidigung und der inzwischen auch den westlichen Alliierten vertrauten diesbezüglichen Ereignisse schließlich jedoch relativ rasch gezwungen, den Anklagepunkt fallen zu lassen. I.T. Nikitschenko, das sowjetische Ordentliche Mitglied des Tribunals, hatte große Mühe, das Gesicht zu wahren und die reibungslose Zusammenarbeit mit den Vertretern der Westmächte aufrecht zu erhalten. Rund zwanzig Jahre später erinnerte sich der britische Hauptankläger Lord Shawcross: „Während des Prozesses hatten wir enge und freundschaftliche Beziehungen zu unseren russischen Kollegen, und das, obwohl wir schärfsten Einspruch dagegen erhoben, daß die Russen das Massaker von Katyn in die Anklageschrift aufnehmen wollten.“‚
Die sowjetische Anklage hatte dies versucht, obwohl bei Lawrentij Berija, dem Leiter der Stalinschen Geheimpolizei, bei Stalin, Chruschtschow, Woroschilow, Molotow, Mikojan, Kalinin und Kaganowitsch KGB-Dokumente lagen, die zweifelsfrei belegten und nachwiesen, daß von den Sowjets in Katyn auf Berijas Vorschlag „21.857 Menschen erschossen“‚ worden waren, was Stalin und das Politbüro zuvor genehmigt hatten. Einen Beleg sowohl für die Schuld der Sowjets als auch für deren Geschichtsfälschungspraktik stellt ein Dokument dar, das Chruschtschow am 3. März 1959 von Alexander Schelepin, dem Chef des KGB, als „Streng geheim“ deklariertes Schreiben erhielt, in dem es hieß: „Im Komitee für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR werden seit 1940 Akten und andere Unterlagen über jene in Kriegsgefangenschaft geratenen und internierten Offiziere, Gendarmen, Polizisten, Kollaborateure, Gutsbesitzer usw. aus dem damaligen bürgerlichen Polen aufbewahrt, welche in jenem Jahr erschossen wurden. Auf Beschluß einer speziellen Troika des NKWD der UdSSR wurden insgesamt 21.857 Menschen erschossen.
Die ganze Operation zur Liquidierung der erwähnten Personen wurde auf Beschluß des ZK der KPdSU vom 5. März 1940 durchgeführt … Seit dieser Operation, das heißt seit 1940, wurden niemandem irgendwelche Auskünfte erteilt, und alle 21.857 Akten werden in einem versiegelten Raum aufbewahrt.“
Für die sowjetischen Organe haben alle diese Akten weder einen operativen noch historischen Wert. Sie können für unsere polnischen Freunde kaum von wirklichem Interesse sein. Im Gegenteil, irgendein unvorhergesehener Zufall kann zur Enttarnung der durchgeführten Operation mit allen unerwünschten Folgen für unseren Staat führen, zumal in bezug auf die im Wald von Katyn Erschossenen jene offizielle Version existiert, die durch die auf Initiative der sowjetischen Machtorgane im Jahre 1944 erfolgten Untersuchungen einer Kommission bestätigt wurde. Diese trug die Bezeichnung ,Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung der von den deutschen faschistischen Aggressoren durchgeführten Erschießung von gefangengenommenen polnischen Offizieren im Wald von Katyn‘ … Die Schlußfolgerungen der Kommission haften fest im Gedächtnis der internationalen Öffentlichkeit.
Ausgehend von diesen Darlegungen scheint es angebracht, alle Unterlagen über die Personen zu vernichten, die bei der obengenannten Operation erschossen wurden. Für eventuelle Anfragen zum Verhalten des ZK der KPdSU oder der Sowjetregierung können die Protokolle der Sitzungen der Troika des NKWD der UdSSR, die die erwähnten Personen zum Tod durch Erschießen verurteilte, sowie die Fakten über die Durchführung der Beschlüsse der Troika, erhalten bleiben. Diese Dokumente haben einen geringen Umfang und können in einer Sondermappe aufbewahrt werden … Der Vorsitzende des Komitees für Staatssicherheit beim Ministerrat der UdSSR, A. Schelepin. 3. März 1959.“21
Daß die Ermordung der polnischen Offiziere in Katyn auf das Konto der sowjetischen Kriegsverbrechen käme, gestand die russische Nachrichtenagentur TASS erst am 13. April 1990 öffentlich ein.
Wieso die sowjetische Anklagebehörde in Nürnberg behauptete, daß in Katyn 11.000 Polen ermordet worden seien, kann nicht definitiv beantwortet werden. Anders verhält es sich indes hinsichtlich des Schweigens der englischen Regierung über die bereits 1940 bekannten Tatsachen. Sie mußte befürchten, durch eine tatsachengerechte Darstellung des Katyn-Massakers das Bündnis der Westalliierten mit der UdSSR zu untergraben.
Nachdem die Rote Armee 1939 und 1940 in Polen gravierende Völkerrechtsverletzungen begangen und tausende polnische kriegsgefangene Offiziere bestialisch ermordet und sang- und klanglos hatte beseitigen lassen, ohne daß die Weltöffentlichkeit darüber unterrichtet wurde — und dieses Verhalten fugenlos nach dem 22. Juni 1941 auch gegenüber den Deutschen in der Sowjetunion als selbstverständlich fortsetzte, könnte der Schritt Stalins, sich plötzlich doch denBestimmungen des Haager Abkommens von 1907 zu unterwerfen, eine Konsequenz auf die Gefangennahme seines Sohnes gewesen sein, doch nicht viel spricht dafür.“
Das völkerrechtswidrige Verhalten der Roten Armee womöglich ausschließlich auf Stalins neuerliche Forderung vom 7. November 1941 zurückzuführen, jeden „deutschen Eindringling“ brutal zu vernichten23, läßt sich nicht einmal gewaltsam als Beweis dafür anführen. Die Rote Armee mißachtete die Bestimmungen des Völkerrechts im Zweiten Weltkrieg rücksichtslos seit dem 17. September 1939, seit sie, wie mit Deutschland vertraglich vereinbart, in Polen einrückte24 und plünderte, Polen folterte, ermordete und viele aus ihrem Land vertrieb.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges — und teilweise auch noch lange danach — wurden deutsche Erklärungen, Dokumentationen und durch nicht voreingenommene deutsche und ausländische Zeugen belegte Darstellungen über entsprechende Völkerrechtsverletzungen der Roten Armee von den Westalliierten als „Fälschungen“ und „Propagandalügen“ des NS-Regimes angesehen — und auch so behandelt. Schopenhauers Ausspruch, daß die Geschichte mit der Unwahrheit so infiziert sei wie eine „Hure mit der Syphilis“, galt angesichts der offenkundigen Geschichtsfälschungen allerdings sowohl hüben als auch drüben gerade zu der Zeit als authentische Analyse der Geschichtsforschung und -darstellung. Emotionen, Vermutungen, Voreingenommenheit und aktuelle zweckdienliche Meinungen rangierten vor nachweisbaren Tatsachen, die allerdings nicht nur da von der Interpretation der Historiker abhängig waren, die zwangsläufig diverse „historische Wahrheiten“ kennen mußten. Mehr als je zuvor erschien die Geschichte — schlimmer noch als im Mittelalter — als „ancilla rerum politicarum“, als „Magd der Politik“. So meinte sich beispielsweise ein US-amerikanischer Übersetzer nicht vorstellen zu können, daß die Rote Armee im Herbst 1944, als an der endgültigen Niederlage Deutschlands — zumindest für kritische und unbefangene Zeitgenossen — kein Zweifel mehr aufkommen konnte, im ostpreußischen Dorf Nemmersdorf südlich von Gumbinnen Verbrechen an Greisen, Frauen und Kindern begangen hatte, die an Bestialität nicht zu überbieten waren. Nachdem die Rote Armee das Dorf am 20. Oktober 1944 vorübergehend in Besitz genommen hatte, vergewaltigten die sowjetischen Soldaten Kinder, junge Mädchen und Frauen jeden Alters, schnitten ihnen die Brüste ab und nagelten sie mit ausgebreiteten Armen nackt an Scheunentore. Der Jahrzehnte später in die Bundesrepbulik Deutschland übergesiedelte russische Schriftsteller Lew Kopelew, der als Offizier der Roten Armee selbst an Vergewaltigungen beteiligt gewesen war, schrieb 1976: „… wir alle — Generäle und Offiziere verhalten uns nach Ehrenburgs Rezept , Tötet, tötet … nehmt die deutschen Frauen, eure Beute‘. Welche Rache lehren wir: deutsche Weiber aufs Kreuz legen … und stell dir vor, was wird später aus unseren Soldaten, die zu Dutzenden über eine Frau herfielen? Die Schulmädchen vergewaltigten, alte Frauen ermordeten? … Das sind Hunderttausende von Verbrechern, künftigen Verbrechern, grausame und dreiste mit den Ansprüchen von Helden.“25
Der eben erwähnte amerikanische Übersetzer, der die von der deutschen Wehrmacht zusammengetragenen Zeugenberichte über die unvorstellbaren Verbrechen der sowjetischen Soldateska zu übersetzen hatte, hielt sie für Produkte der NS-Propaganda. Er fügte seiner Übersetzung eines Berichts von Generaloberst Alfred Jodl für die Lagebesprechung vom 25. Oktober 1944 kurzerhand das Wort „Fälschung“ („faked“) hinzu.‘ „Russische Greueltaten bei der Besetzung ostpreußischen Gebiets <gemeint war zu der Zeit speziell das Dorf Nemmersdorf, so hatte Jodl zum Vortrag für Hitler notiert, „müssen durch WPr verbreitet werden. Dazu Aufnahmen, Zeugenvernehmung, Tatsachenberichte usw.“27 Obwohl die von den US-Amerikanern erbeuteten Unterlagen des Wehrmachtführungsstabes und der Rechtsabteilung des deutschen Auswärtigen Amtes zweifelsfrei belegten, was in Nemmersdorf geschehen war, hielten sich die Westalliierten vorerst an die sowjetischen Fälschungen, die „beweisen“ sollten, daß die Gestapo die Menschen in Nemmersdorf ermordet hätte, weil sie angeblich nicht bereit gewesen seien, sich evakuieren zu lassen. Bert Brecht, der 1939 in seinem Lehrstück „Das Verhör des Lukullus“ gedichtet hatte, „immer doch / schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. / Dem Erschlagenen entstellt / der Schläger die Züge. / Aus der Welt geht der Schwächere / und zurück bleibt / die Lüge“, sah seine — auf ausgewertete Traditionen basierende — „Lehre“ rasch und demonstrativ bestätigt.
Als Milovan Djilas Stalin während eines Gespräches auf die Vergewaltigungen deutscher Kinder und Frauen durch die Rotarmisten ansprach, erklärte der sowjetische Diktator: „Sie haben sich die Rote Armee ideal vorgestellt. Und sie ist nicht ideal und kann es auch nicht sein, selbst wenn sie nicht einen gewissen Prozentsatz von Verbrechern enthielte — wir haben die Tore unserer Strafanstalten aufgemacht und alle in die Armee gesteckt … Die Rote Armee ist nicht ideal. Wichtig ist, daß sie die Deutschen bekämpft — und sie kämpft gut, alles andere spielt keine Rolle.“‚
Verunglimpfung der Deutschen Wehrmacht in der vom „Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer in der Deutschen Demokratischen Republik“ herausgegebenen Publikation „SS im Einsatz“ mit der Bildunterschrift: „Frauen und junge Mädchen waren die begehrtesten Opfer der Elite des Dritten Reiches. ‚Durchsuchung‘ eines polnischen Mädchens auf offener Straße“. Daß es sich hierbei nicht um deutsche Soldaten handelt, bezeugt die Uniform der Soldaten: Koppel, Ärmelaufschläge, Stiefel und das Gewehr.
Maser mit Ernst-Wilhelm Keitel, dem Sohn des Generalfeldmarschalls. Ihm sägten die Sowjets nach seiner Gefangennahme beide Beine ab.
Hitler der Vegetarier und sein Tierliebe
Die Wikipedia enthielt bis 2011 zum Thema Hitler und Vegetarismus folgenden Absatz:
„Hitler war seit seiner Frühzeit Nichtraucher und trank keinen Alkohol, in seiner Spätzeit auch keinen Kaffee und Schwarztee. Zudem wurde er 1932 aus Furcht vor einer Magenkrebs-Erkrankung gemäßigter Vegetarier.[195] … Manche Historiker erklären Hitlers Vegetarismus als psychische Reaktion auf den Suizid seiner Nichte Geli Raubal,[197] andere aus seiner Verehrung für Richard Wagner, der rassistisch motivierte vegetarische Ideen vertrat,[198] wieder andere aus seiner zunehmenden Hypochondrie.[199]“
Nun ein Auszug aus „Fälschung, Dichtung und Wahrheit über Hitler und Stalin“ (Werner Maser, 2004, OLZOG Verlag, Fußnoten wurden durch die OCR-Software entfernt. Im Original sind alle Stellen im Detail belegt.)
Luis Trenker und sein frei erfundenes „Tagebuch“ der Eva Braun
1948, dreieinhalb Jahrzehnte vor den Kujau-„Stern“-Fälschungen hatte eine an¬dere Fälschung, die den Titel „Tagebuch der Eva Braun“ trug, nahezu ebenfalls so spektakulär von sich Reden gemacht, obwohl sie im Vergleich zur Kujau¬„Stern“-Fälschung allerdings bestenfalls als „grober Unfug“ bezeichnet werden konnte und das Manuskript den Verleger des Nürnberger Olympia-Verlages, in dem das Wochenblatt „Wochenend“ erschien, auch nur 3.500 Mark gekostet hat¬te. In diesem Falsifikat war es nicht um angebliche Notizen und heimliche Be¬kenntnisse Adolf Hitlers, sondern um ein angebliches Tagebuch seiner Geliebten Eva Braun gegangen. Der aller Welt bekannte Schauspieler, Filmregisseur und Schriftsteller Luis Trenker trat, geschickt arrangiert, mit dem Anspruch und der Behauptung auf, von Eva Braun, die er seit Jahren persönlich recht gut kannte, in Kitzbühel einen 96 Schreibmaschinenseiten umfassenden Text erhalten zu ha¬ben, den er nach ihrem Tod veröffentlichen zu müssen meinte. Zuvor war ein Agent namens Geo Kelber in Vertretung des französischen Blattes „France Soir“ an den Verleger des Nürnberger Olympia-Verlages herangetreten, hatte ihm das „Tagebuch“ angeboten und behauptet, daß Eva Braun Trenker ermächtigt habe, über die „geheimen Aufzeichnungen in ihrem Tagebuch“3 nach ihrem Tode frei verfügen zu können. Joseph E. Drexel, der ursprüngliche Mitinhaber des Olympia-Verlages, vermutete später, daß der von Unwahrheiten strotzende „Tagebuch“-Text von Trenker, Gaston Ulman und Charly Ladurner „zusammen-gebastelt“‚ worden war und Trenker, dessen Film „Der Rebell“ Hitler vier Mal gesehen und immer wieder gelobt hatte, letztlich nur als bekanntester Prominen¬ter der Zeit, vorübergehender Skilehrer und tatsächlicher guter Bekannter Eva Brauns als eine Art „Nachlaßverwalter“ vorgeschoben worden sei.
Daß der Text nicht mit der Hand geschrieben war — wie Eva Brauns authentisches Tagebuch von 1936, sondern mit der Schreibmaschine, irritierte den Verleger nicht. Und selbst die fehlende handschriftliche Unterschrift bewog ihn nicht zur Skepsis. Doch anders als der „Stern“, sah sich der Verleger des Wochenblattes „Wochenend“ nicht als Missionar, der die Geschichte „neu zu schreiben“ emp¬fahl, sondern als Zeitschriften-Herausgeber, der vermeintliche Neuigkeiten ver¬breiten zu müssen meinte. 1953 bezeichnete er, der bestimmte Behauptungen im Manuskript persönlich abgeschwächt hatte, die Angelegenheit als „puren Unfug“, auf den er „hereingefallen“ sei. Und auch Luis Trenker versicherte Jahre später, „eigentlich nur einen Jux mitgemacht“ zu haben.‘
Trotz der von Dr. Wolf abgeschwächten Stellen und seiner entsprechenden Kom¬mentare ging Eva Brauns Schwester Ilse Fucke-Michels vor Gericht und erwirk¬te beim Landgericht München I am 10. September 1948 eine Einstweilige Ver¬fügung, die dem Verlag nach Erscheinen der 3. Folge untersagte, weiterhin die Behauptung aufzustellen, daß es sich um ein authentisches „Tagebuch“ Eva Brauns handele.‘ Das Gericht ließ zwar die Fortsetzung des Manuskriptab¬druckes zu, verfügte jedoch, daß bei jeder Folge der § 1 der gerichtlichen Ent¬scheidung in Fettdruck voranzustellen sei. Ihr Text: „Die Antragsgegnerin hat sich auf Grund der von den Antragsstellern vorgelegten eidesstattlichen Versiche¬rungen davon überzeugt, daß Eva Braun weder die unmittelbare noch die mittel¬bare Urheberin des Tagebuchs isei.it dessen Veröffentlichung die Antragsgeg-nerin in Nr. 1 des ,Wochenend` am 3. September 1948 begonnen hat und daß demzufolge das Tagebuch eine völlig freie Darstellung hinsichtlich der Bezie¬hungen zwischen Eva Braun und Adolf Hitler durch die Feder eines noch unbe¬kannten Autors im Tagebuch-Ich-Stil enthält.“
Die authentischen Tagebuchaufzeichnungen Eva Brauns (nur für Februar bis Mai 1935) waren banal und ohne Bedeutung für die historische Forschung, was Trenker und seine Mitautoren zu der Zeit noch nicht wußten. Da Trenker Eva Braun jedoch recht gut kannte, war er überzeugt, daß die Texte so formuliert wor¬den seien, wie sie es selbst — nach seiner Meinung — wohl getan hätte. Doch was das Pamphlet offenbarte, paßte nicht zu Eva Braun. Die Autoren hatten sich bei der Niederschrift an historische Vorlagen angelehnt, einige Passagen inhaltlich und zum Teil sogar wörtlich aus Vorlagen entnommen, Passagen aus einem 1913 erschienenen Buch der Gräfin Larisch-Wallersee plagiiert und fantasiereich Sze¬nen konstruiert, die den platten Torheiten der Kujau-Fälschung nicht nachstanden und ebenso wie dessen Erfindungen über Hitler mit Eva Braun nichts zu tun hat¬ten. Ein Beispiel für viele: „Für die Gäste hatte Dr. Ley, der Führer der Arbeiter-front, einen erlesenen Spaß vorbereitet. Ein Stier wurde mehrere Tage lang, ehe die Gäste eintrafen, der glühenden Sommerhitze ausgesetzt, ohne auch nur einen einzigen Tropfen Wasser zu erhalten. Dann, am Samstag Nachmittag, wurde das Tier auf einen abgezäunten schattigen Platz geführt und nun wurden ihm unbe¬grenzte Mengen von Wasser zugeführt. Der Stier, dessen Intelligenz anscheinend seiner Kraft nicht entsprach, begann wie ein Fisch zu trinken und bald stellte sich. die von Ley geplante Wirkung ein: Die Gedärme des Tieres platzten und vor einer amüsierten Zuschauerschaft ging es in Stücke. Besonders Hitler‘ und Himmler fanden den Einfall ,originell‘.
Hätten Trenker und Komplizen gewußt, daß der konsequente Vegetarier und Hundeliebhaber Hitler die Jagd auf Tiere ablehnte — und wie er über die Jäger dachte, wäre er sicherlich nicht auf die Idee verfallen, eine derartige Szene in das „Tagebuch“ hineinzudichten. Nachdem beispielsweise Joachim von Ribbentrop, Heinrich Himmler, dessen Adjutant Karl Wolff, Graf Ciano und einige weitere Militärs und Diplomaten Ende Oktober 1941 an einer Hasen- und Fasanenjagd im Sudetenland teilgenommen hatten — und Hitlers Militärs ins Führer-Haupt¬quartier zurückgekehrt waren, bemerkte er ironisch auf die Äußerung Wolffs, daß „man <während einer Jagd> aus der Arbeit und den Sorgen … ganz heraus¬gelöst“ werde: „Muß man zu dem Zweck Hasen und Fasanen umbringen? Die Mordlust bringt die Männer zusammen! Wie gut, daß wir die Hasensprache nicht verstehen! Die würden vielleicht in Ausdrücken von Euch reden wie: Laufen konnte er so nicht, das dicke Schwein! So ein alter Hase mit reifer Lebenserfah¬rung! Die größte Freude unter den Hasen wird sein, wenn sie merken, daß ein Treiber angeschossen ist!“
Trenker wußte von Eva Braun zwar, daß Hitler Evas Scotchterrier „Stasi“ (!) und „Negus“ gelegentlich witzelnd als „Handfeger“ bezeichnete und ihrem Kater „Peter“ nicht gerade sonderlich zugetan war, weil er auf Befehle anders als seine Schäferhündin „Blondi“ reagierte“, doch Hitlers besonderes Verhältnis zu Tieren und selbst auch zu gepflückten Blumen, die es in seinem Zimmer nicht geben durfte, weil er „keine Leichen“ im Zimmer haben wollte“, kannten die „Tage¬buch“-Erfinder nicht. Dem Urheber der „Endlösung der Judenfrage“ haben sie derartige Vorstellungen nicht zugetraut. Ihr fingiertes Eva-Braun-„Tagebuch“ bewies es.
Trenker hatte sich am 19. November 1946 vor dem Coup unter anderem auch an den mit ihm bekannten Kameramann Wolfgang Gorter gewandt und ihm mitge¬teilt, daß eine italienische Zeitung „eine Artikelserie über einzelne Persönlich¬keiten des Dritten Reiches“ veröffentlichen werde, zu denen auch Eva Braun gehöre. Er, Trenker, sei daher an Informationen über Eva Brauns Leben, über ih¬re Kindheit, Schulzeit, Familie und dem Umfeld und Ambiente interessiert und wünsche, daß Gorter ihm — gegen ein zugesichertes Honorar — die entsprechen¬den Einzelheiten beschaffen könne, ohne seinem Informanten allerdings zu of¬fenbaren, wozu er diese Details benötige.‘
Nach der Einstweiligen Verfügung vom 10. September 1948 zahlte der Verleger Dr. Wolf freiwillig 10.000 Mark an einen internationalen Flüchtlings-Kinder¬Fond.‘ Trenker, der angeklagte Kopf der Fälscherclique, nahm das Urteil wider¬spruchslos hin und verließ Deutschland, wo er erst 1953 (aus Italien) wieder auf¬tauchte.
8 Jahre zuvor hatte der Journalist Whyte Williams im Magazin LOOK (USA) ei¬ne dreiteilige Artikelserie geschrieben, in der er behauptete, „aus bester Quelle“ zu wissen, daß Hitler und Eva Braun verheiratet seien und ihr gemeinsames Le¬ben „typisch für das in jedem durchschnittlichen Haushalt“ anzutreffende Am¬biente wäre. „Im Gegensatz zu anderen Nazi-Größen, die sich an luxuriösen Speisendelektieren“, meinte Williams, „besteht Hitler darauf, sich auf die allge¬meinen Vorschriften für das Volk zu beschränken.“‚ Und, so „dichtete“ er wei¬ter, Eva Hitler melke täglich eine Hitler gehörende Kuh, deren Milch ihr Mann wegen der ihm verordneten Diät zu trinken pflege.‘ Williams Quintessenz: „Hit¬ler <ist> das deutsche Volk … Er ist ihr lebendes Symbol der Führung.“
Fantasiereich erfunden hatte der Journalist, daß Hitler zu der Zeit bereits mit Eva Braun verheiratet war — und unzutreffend war auch, daß Hitler eine Kuh besaß und Milch trank. Schon nach seiner vorzeitigen Entlassung aus der Landsberger Festungshaftanstalt nach seinem November-Putsch von 1923 hatte er zeitweilig vegetarisch gelebt, tierische Eiweiße als Nahrung abgelehnt und seit Herbst 1931 aufgehört, selbst Milch zu trinken und Käse zu essen. Von tierischen Produkten aß er seitdem lediglich Eier.
Wie Williams, erschien auch der zu der Zeit 25-jährigen und als Schauspielerin bereits hoch gelobten Marianne Hoppe, der späteren Ehefrau von Gustaf Gründ¬gens, Hitlers Lebensstil. Betroffen habe sie, wie sie im Juni 2000 in einem Inter¬view erzählte, 1933 während eines Besuches bei Hitler über die Einrichtung sei¬nes Schlafzimmers reagiert. „Und endlich“, sagte sie, „zeigte <Hitler> mir seine Wohnung <im Eckhaus gegenüber dem Hotel „Kaiserhof“. Plötzlich stehe ich also in seinem Schlafzimmer, ein Eisenbett, eine Glühbirne und ein Stuhl … ist aber ungemütlich <sage ich> und gehe schnell wieder raus.“




